Mit den Selbstbetroffenen arbeiten wir vorrangig stabilisierend und ressourcenorientiert. Die Unterstützung dient dazu, mögliche hervorgerufene Störungen (psychisch, physisch und sozial) abzubauen und ein möglichst unbeschwertes Leben führen zu können. Dazu zählt auch, wieder ein gutes Verhältnis zum eigenen Körper und der eigenen Sexualität zu erlangen.

Es kann sinnvoll sein, Klient*innen bei der Suche nach einer weiterführenden geeigneten Therapie oder einer geeigneten psychiatrischen Klinik zu unterstützen und in der höchstwahrscheinlich entstehenden Wartezeit bestmöglich zu stabilisieren.

In Fällen, in denen es zu einem Strafprozess kommt, begleiten wir Klient*innen während des Verfahrens. In Ausnahmen und je nach Kapazität auch außerhalb der Beratungsstelle, beispielsweise bei Gerichtsverhandlungen.

Wenn wir Eltern bzw. Angehörige beraten, ist ein wesentlicher Ansatz, dass alles Geschehen im Familiensystem aufeinander in Wechselwirkung bezogen ist. Jede*r Einzelne ist mit ihrem/seinem Beziehungssystem verbunden. Verhaltensänderungen eines Familienmitglieds lösen auch Veränderung im gesamten System aus. Wesentlich ist hier die Verantwortung der Erwachsenen, die sie gegenüber Kindern und Jugendlichen haben (z.B. Mutter- oder Vaterrolle). Daher unterstützen und stabilisieren wir vor Allem Angehörige bzw. die Erwachsenen. Für betroffene Kinder und Jugendliche ist ein stabiler Rahmen unabdingbar (Regeln, Alltag, Rituale). Dieser kann durch die Stärkung des (Familien)systems wieder in Kraft treten. Oft benötigen die Kinder und Jugendlichen selbst (zumindest vorerst) keine Therapie. Oder anders ausgedrückt: Therapie ist erst dann sinnhaft, wenn die Kinder und Jugendlichen ein stabiles Umfeld haben.

Bei jedem Fallanliegen gilt es, im Tempo der Beteiligten einen individuellen Handlungsplan zu entwickeln.

Oft haben wir es in unserer beruflichen Praxis mit Verstrickungen innerhalb des Familiensystems und dessen mitunter hierarchischen Strukturen zu tun. In vielen Fällen ist die/der Täter*in Teil dieses Familiensystems. Es ist demzufolge notwendig systemisch zu arbeiten und das Familiensystem aktiv oder passiv in die Beratung einzubeziehen. Beziehungen und Bindungen, die bereits in den meisten Fällen seit Geburt bestehen, müssen mitgedacht werden und gehören mit in die (therapeutische) Beratung.

Täter*innen beraten wir nicht, in Ausnahmefällen arbeiten wir mit den Angehörigen von übergriffig gewordenen Kindern.

Das Angebot für Fachkräfte wendet sich an Personen, die in pädagogischen und / oder in psychosozialen Berufen tätig sind und mit Kindern und Jugendlichen (auch psychisch und/oder geistig behinderten) arbeiten, die von sexualisierter Gewalt betroffen oder gefährdet sind oder sein könnten. Durch die in Hamburg und Bergedorf angekommen Flüchtlinge richtet sich unsere Arbeit vermehrt auch an Fachkräfte und Ehrenamtliche aus diesem Bereich.

 

Aufgabe und Ziel der Fachberatung ist es:

  • Allen Gefühlen zum Thema sexuelle Gewalt einen Raum zu geben und diese aufzufangen, sie im Interesse der Unterstützung der Betroffenen zu verbalisieren und zu versachlichen.
  • Vermeidung von Manipulationen sowie Bagatellisierungs- und/oder
  • Vermittlung von Fach- und Sachlichkeit (Psychoedukation).
  • Überwindung von Apathie, Sprach- und Hilflosigkeit im Helfer*innensystem.
  • Erarbeitung systembezogener Lösungsmöglichkeiten.
  • Reflexion und Erweiterung eigener Handlungskompetenzen.
  • Ebenso beraten wir Fachkräfte einer Wohngruppe, eines Kindergartens, einer Flüchtlingseinrichtung etc. in überfordernden Situationen wie z.B. dem Umgang bei Retraumatisierung(en) / Dissoziation oder nach Inobhutnahme eines Kindes durch das Jugendamt. Auch werden wir zu Fachgesprächen vom Jugendamt hinzugezogen, s. auch Kapitel 4.1.2 zum Thema Beratung bei Kindeswohlgefährdung.
  • Aufklärung, Prävention und Umgang mit Sekundärtraumatisierung bei den Fachkräften; Trauma-Material birgt eine hohe ‚Ansteckungsgefahr‘ (vgl. Daniels, J. 2008).

 

Zornrot e.V.
Vierlandenstr. 38
21029 Hamburg

Tel. 040 – 721 73 63
Email: info@zornrot.de

Unsere Telefonzeiten sind:

Mo. 10.00 bis 12.00 Uhr
Di.   14.00 bis 16.00 Uhr
Do.  09.00 bis 12.00 Uhr
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