Wir bieten langfristige, therapeutische Begleitung (im Folgenden Therapie genannt) für Kinder und Jugendliche an, auch bei psychischer und/oder geistiger Behinderung.

Bei der Therapie mit Kindern und zum Teil auch mit Jugendlichen ergeben sich nachfolgend dargestellte Besonderheiten:

  • Im Gegensatz zu erwachsenen Klient*innen werden die Kinder und zum Teil auch die Jugendlichen häufig von Eltern, Verwandten oder sonstigen Bezugspersonen wie z.B. Betreuer*innen aus Wohngruppen bei uns angemeldet, die Freiwilligkeit der betroffenen Kinder und Jugendlichen bleibt dennoch eine wichtige Voraussetzung für die Therapie.
  • In Absprache finden begleitend zur Therapie regelmäßige Elterngespräche (bzw. Gespräche mit Bezugsbetreuer*innen) statt. Der Transparenzgedanke ist hierbei besonders zu beachten. Im Idealfall sind die Kinder anwesend, bei Jugendlichen ist es in der Regel Voraussetzung. Mindestens werden jedoch die gesprochenen Inhalte transportiert.
  • Teilweise finden parallel Beratungen mit den Angehörigen oder den Bezugsbetreuer*innen statt. Diese werden jedoch nicht von der Therapeutin sondern von einer Kollegin durchgeführt, damit die Parteilichkeit gewährleistet wird, sowie die unterschiedlichen Anliegen entsprechend bearbeitet werden können.
  • Voraussetzung für die therapeutische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist, dass die sexuellen Übergriffe beendet sind (soweit wir das einschätzen können).

Ziel der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es, den Betroffenen einen festen und sicheren Raum und Rahmen zu bieten. Das parteiliche Arbeiten der Therapeutin ist dabei ein wichtiger Aspekt. Einen zuverlässigen Schutzraum zu erleben ist ein wichtiger Bestandteil der therapeutischen Arbeit, denn nur so kann Vertrauen langsam wieder entstehen und aufgebaut werden.

Wir sehen die Klient*innen nicht einseitig in seiner/ihrer Verletzung durch die erlittene sexualisierte Gewalt, noch verfolgen wir eventuelle Aufdeckungsinteressen. Der Entwicklungsprozess des Kindes bzw. der/des Jugendlichen in allen Facetten ihres/seines Umfeldes und ihrer/seiner Persönlichkeit steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit. Selbstwirksamkeit wird als wesentlicher Faktor der Resilienz gesehen und ist Bestandteil im therapeutischen Prozess.

Unsere Aufgabe in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es, die Ich-Entwicklung zu fördern, positive Veränderungen im Selbstbild zu initiieren, den Blick auf vorhandene Ressourcen zu richten und zu unterstützen, so dass diese wirksam werden können.

Gegebenenfalls beim Abbau selbstgefährdender Verhaltensweisen zu helfen und schrittweise ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper und zur Sexualität (wieder) zu erlangen.

Die Kinder und Jugendlichen sollen in unserer Einrichtung den Rahmen, die Zeit und die Betreuung finden, die sie brauchen, um Vertrauen entstehen lassen zu können, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und die erlittenen Verletzungen in Ruhe zu verarbeiten, so dass sich die Lebensqualität verbessern kann.

Oft ist die Beziehung zur Therapeutin ein erster Versuch, wieder Vertrauen aufzubauen und professionelle Bindungen zuzulassen. So können neue, positive Erfahrungen gemacht werden.

Das Ende der Therapie ergibt sich prozesshaft aus der Beziehung des Kindes/Jugendlichen zur Therapeutin und deren Einschätzung des bisherigen Therapieverlaufs.

Die Beratungsstelle bietet die Möglichkeit, dem Wunsch nach einer Pause der Therapie flexibel nachkommen zu können, ohne die Thematisierung dieses Bedürfnisses zu vernachlässigen. Eine abgebrochene Therapie kann ebenso bei Bedarf (auch nach Jahren) wieder aufgenommen werden. Sollte ein Kind oder eine Jugendliche die Therapie (aus therapeutischer Sicht zu früh) beenden wollen, so gilt es diese Entscheidung zu respektieren und gleichzeitig nach Möglichkeit eine Verabschiedungssitzung zu vereinbaren. Das Ziel ist, dass die Betroffenen lernen können, dass ihre Grenzen wahrgenommen werden (Selbstwirksamkeit) ohne dass es zum Bindungsabbruch kommt. 
Anders als bei einigen niedergelassenen Therapeut*innen entstehen keine negativen Folgen (z.B. Kostenübernahe oder Rechtfertigungsdruck) für die Klient*innen, wenn Termine nicht wahrgenommen werden. Wir sehen Kontaktverläufe mit Unterbrechungen als Prozess, in dem von den Klient*innen geprüft werden kann, ob die Therapeutin bei ihrem Bindungsangebot bleibt.

Zornrot e.V.
Vierlandenstr. 38
21029 Hamburg

Tel. 040 – 721 73 63
Email: info@zornrot.de

Unsere Telefonzeiten sind:

Mo. 10.00 bis 12.00 Uhr
Di.   14.00 bis 16.00 Uhr
Do.  09.00 bis 12.00 Uhr
Fr.   10.00 bis 12.00 Uhr

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